“Leitideen der EU” ein Projekt unserer Studierenden

Die Studierenden der Modulgruppe GW 2A, haben sich über einen Zeitraum von zwei Monaten, im Rahmen eines Projekts mit dem Thema "Leitlinien der EU" auseinandergesetzt und können nun mit interessanten Ergebnisse aufwarten.

Leitideen der EU

Ein Projekt der Modulgruppe GW2A

ProjektZeitrauM: März bis Mai 2015

Projektleitung: Dr. Bernhard Kröpfl

 

Wie alles begann

Schon im Vorgängermodul im Wintersemester dieses Schuljahres wurde individuell an speziellen EU-Themen gearbeitet. Die „SpezialistInnen“ hielten jeweils einen Kurzunterricht zu ihren Themen. Im Folgemodul des Sommersemesters wurden die wichtigsten EU-Themen wiederholt. Am 9. April dieses Jahres wurde an unserer Schule ein „Europa-Café“ organisiert, ein OpenSpace in sieben Workshops in zwei Runden, an dem alle Lehrenden und alle Studierenden der Schule teilnahmen. Als Vorbereitung zu diesem Europa-Café arbeitete diese Modulgruppe in kleinen Teams an „Leitideen“ der EU und entwickelte dazu eine kleine Ausstellung. In einer Sektion des EU-Cafés wurde diese Ausstellung vorgestellt, kommentiert und diente als Ausgangspunkt für Diskussionen im Workshop. Der ORF war interessiert und filmte diese Arbeit, Dr. Johannes Maier und MEP Eugen Freund lobten die Studierenden für ihre Arbeit. Durch diesen Zuspruch waren die Studierenden motiviert, ihre Arbeit – großteils außerhalb des Unterrichts - fortzusetzen, die Ausstellung auszubauen.

 

Arbeitsschritte:

Es wurden 10 Leitideen identifiziert. Je Idee ist eine Person bzw. ein Team verantwortlich.

  • Analyse der Leitidee: Was bedeutet die Leitidee? – Was kann man darunter verstehen? – In welchen Bereichen wird diese Idee sichtbar/wirksam? etc
  • Recherche zur Leitidee: Inwiefern war diese Leitidee in der Vergangenheit ein Motor der Entwicklung der EU? – Wer in der EU ist bezüglich dieser Leitidee verantwortlich/wirk-sam? – Welche aktuellen Entwicklungen in der EU betreffen diese Idee?
  • Prognose zur Zukunft der EU bezüglich dieser Leitidee: Wünsche, Hoffnungen, Befürch-tungen
  • Interviews zur Leitidee: Was ist Interviewpartner(inne)n heute wichtig? Welche Wün-sche/Hoffnungen/Befürchtungen haben die Interviewpartner(innen) für 2035?

 

Produkte:

  • Plakat, das besonders die Analyse sichtbar macht
  • Sprechblasen zu interessanten Interviewzitaten [rot – Gegenwart, grün – Zukunft
  • Fotos von Plakat, Sprechblasen und Verantwortlichen je Leitidee
  • Text, der die Leitidee beschreibt (Analyse und Recherche), Interviewergebnisse beschreibt, Gedanken zur Zukunft formuliert

Die Produkte bzw. die Fotos von Produkten werden für die Einreichung zu „Quo Vadis EU 2035“ zur hier vorliegenden illustrierten Beschreibung montiert. Die Originale der Plakate und Sprechblasen werden in der Schule verwahrt.

 

Ergebnis:

Es sind schließlich die geplanten Arbeiten zu den nachfolgenden acht Leitideen fertiggestellt worden:

Leitidee „Frieden"

Was verstehen wir unter „Frieden"?EU-Projekt_GW2A-01
Friede ist der allgemeine Zustand zwischen Menschen, sozialen Gruppen oder Staaten, in dem bestehende Konflikte ohne Gewalt ausgetragen werden.
Wir sind der Meinung, dass die EU in ihren vielen Entwicklungs-schritten immer den Frieden als Leitidee vertreten hat, auch für spezielle friedenserhaltende Auf-gaben eigene Einrichtungen ge-schaffen hat. Das Plakat stellt deshalb den Frieden als Dach des EU-„Tempels" dar und zeigt den Grundstein, auf dem er gebaut wurde sowie die fünf Säulen, die ihn heute noch tragen: Den Grundstein bildet die EU mit ihren Vorläufern EGKS und EWG. Mit Säulen meinen wir Einrichtungen der EU, die zur Erhaltung des Friedens in der EU beitragen.

 

„Frieden" in der Entwicklung der EU
Mit der Gründung der Europäischen Gesellschaft für Kohle und Stahl (EGKS) 1951 wurden schon knapp nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs alte Feindschaften „begraben", der Grundstein zum Frieden in Europa war gelegt. Diese Gemeinschaft entwickelte sich weiter zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), zur Europäischen Gemeinschaft (EG) und schließlich zur heutigen EU.
Als Institutionen zur Friedenserhaltung nehmen wir fünf wahr. Das ist in erster Linie die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), auf die sich alle Staaten geeinigt haben. Daneben gibt es vier spezielle Einrichtungen: Frontex koordiniert seit 2005 Aktivitäten der Mitgliedstaaten an den Land-, See- und Flughafen-Außengrenzen der EU mit dem Ziel, ein hohes und einheitliches Niveau der Grenzüberwachung und der Personenkontrollen zu erreichen; auch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz nehmen teil. Europol, das Europäische Polizeiamt, koordiniert seit 1992 eine engere und effizientere Zusammenarbeit der EU-Länder bei der Verhütung und Bekämpfung der internationalen Kriminalität. Dies reicht vom Drogenhandel über illegalen Kraftfahrzeug-handel bis zum Terrorismus. Eine Europäische Sicherheitsstrategie (ESS) umfasst auch gemeinsame Militärverbände (EUFOR).

Die Bedeutung von „Frieden" heute

Weil innerhalb der EU durch die Zusammenarbeit in Institutionen und nicht zuletzt durch Regeln Interessensgegensätze ausgeglichen werden, scheint Krieg zwischen EU-Staaten eher unrealistisch zu sein. So bezieht sich der Wunsch nach „Frieden" heute auf das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen internationaler Herkunft und Kultur. Frieden meint auch Zufriedenheit in demokratischen Systemen: Wenn die Menschen nicht unterdrückt werden und sich entfalten können, dann haben sie weniger Grund, aggressiv zu reagieren und in gewalttätigen Aktionen eine Lösung zu sehen.

„Frieden" im Jahre 2035
Interviews zeigten, dass das friedliche Zusammenleben einen hohen Stellenwert hat. Jemand betonte den Aspekt, dass der Frieden bei sich zu Hause beginnt.

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Leitidee „Sicherheit“

Was verstehen wir unter „Sicherheit“?EU-Projekt_GW2A-07
Für mich bedeutet Sicherheit, dass wir geschützt sind vor Gefahren und Risiken. Dazu gehört, dass es keinen Krieg gibt und wir als Staat von niemandem bedroht werden. Dazu gehört aber auch, dass wir uns als Individuen in unserer Umwelt, wo wir wohnen, wo wir arbeiten, wo wir uns bewegen, keine Angst zu haben brauchen. Innerhalb unseres Staates, unserer Gemeinde müssen wir uns auf einander und – im Ernstfall – auf unsere Behörden wie die Polizei verlassen können. Es gibt aber auch Bedrohungen der Sicherheit, die grenzüberschreitend sind. Dann sollen Staaten zusammen-helfen, um die Sicherheit aller zu erhöhen.
Unser Plakat will in erster Linie zum Ausdruck bringen, dass Sicherheit ein zu bewahrender Schatz ist.

„Sicherheit“ in der Entwicklung der EU
Schon seit 1970 koordinieren sich die EU-Mitgliedstaaten im Rahmen der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ), tauschen Informationen zu außenpolitischen Fragen aus.
1993 wurde mit dem Vertrag von Maastricht die Gemeinsame Außen- und Sicher-heitspolitik (GASP) als wichtiges Standbein der EU gegründet so wie wir sie heute kennen. Als Ziele wurden neben der Entwicklung und Festigung der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten besonders die Friedenserhaltung und Stärkung der internationalen Sicherheit formuliert.
Dazu zählen auch die Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit der Union.
1999 wurde im Vertrag von Amsterdam eine Sicherheits- und Verteidigungspolitische Dimension hinzugefügt und Europol, das Europäisches Polizeiamt, gegründet.
2004 wurde Frontex gegründet, die Europäische Agentur für Zusammenarbeit an den Außengrenzen der EU.
2007 wurden im Vertrag von Lissabon alle einschlägigen Bestimmungen zu einer „Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ (GSVP) zusammengefasst.

Die Bedeutung von „Sicherheit“ heute
In Interviews mit jungen EU-Bürgern zum Thema Sicherheit betonten überraschend viele den Frieden zwischen Staaten und Volksgruppen ohne Kriege. Als weitere wichtige Sicherheitsaspekte wurden finanzielle und gesundheitliche Sicherheit erwähnt.
Für die ältere Generation scheint es wichtig zu sein, dass die Außengrenzen gut geschützt sind. Auch wurde erwähnt, dass man die Gewissheit haben wolle, dass die einzelnen Länder bei Großveranstaltungen zusammenarbeiten sollten, um so dem „Gastgeber-Land“ bzw. deren Einwohnern das Gefühl von Sicherheit zu geben.

„Sicherheit“ im Jahre 2035
Auch in Zukunft wird dauerhafter Frieden weltweit ein wichtiger Beitrag zur Gewährleistung von Sicherheit sein. Ein Interviewpartner betonte, dass neben der allgemein gut abgestimmten politischen und diplomatischen Führung aller Staaten eine gemeinsame EU-Armee aufzustellen sein wird, die stärker ist als viele Armeen der Einzelstaaten. Ein anderer Interviewpartner meint, dass es immer mehr Asylanten und Wirtschaftsflüchtlinge geben wird. Er hegt die Hoffnung, dass die EU sich schließlich dieser Sache wirklich annehmen und ein gerechtes System entwickeln wird und sich so das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen wird. Und jedes erfolgreich gelöste Problem erhöht die Zuversicht, dass die EU gemeinsam etwas Positives erreichen kann.

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Leitidee „Wohlstand“

Was verstehen wir unter „Wohlstand“?EU-Projekt_GW2A-13
Mit dem Wort „Wohlstand“ assoziiert man im ersten Moment zwangsläufig die Differenz zwischen Arm und Reich. Wohlstand ist sicherlich ein positiver Zustand, der je-doch individuell sehr unter-schiedlich wahrgenommen wird.
Der Begriff Wohlstand ist aber – bei genauerer Analyse – viel weitläufiger: Beispielsweise ist Bildung ein Wohlstandsfaktor, denn nur durch ein hohes Bildungs-niveau kann unser Wohl-stand gefestigt werden. Deshalb sollte überall, auch in der EU, in Zukunft die Bildung die erste Stelle in allen Überlegungen und Maßnahmen darstellen. Ein Rechenbeispiel: Österreich hätte mit dem Geld, das für den Hyposkandal zu bezahlen ist, 73% aller Schulen renovieren können.

„Wohlstand“ in der Entwicklung der EUDas Budget der EU ist mit etwa 140 Milliarden Euro zwar begrenzt (es ist nicht einmal doppelt so hoch wie Österreichs Budget), dennoch wird für die Regionalpolitik und für die Entwicklung der ländlichen Entwicklung – beide sind Maßnahmenpakete im Dienste des Ausgleichs zwischen Reich und Arm - fast die Hälfte des EU-Budgets verwendet.
Dennoch sind die südlichen und östlichen Länder der EU wirtschaftlich noch immer schwächer als jene im Westen und Norden. „Der EU-Beitritt und die Teilnahme an den EU-Programmen bringt nicht automatisch Wohlstand“, betont Michael Landesmann, Direktor des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche.

Die Bedeutung von „Wohlstand“ heute
Ein interviewter 90-jähriger Mann befasst sich mit dem Thema Wohlstand und kommt zu folgender Devise: „Wirtschaftlich mithalten!“ Er meint damit, dass Europa als Union sich einen wirtschaftlichen Kampf mit Großmäcen wie China und Indien liefert. Und wenn man dabei ins Hintertreffen gerät, sinkt der Wohlstand am ganzen Kontinent.
Eine 77-jährige Frau befasst sich ebenfalls mit diesem Thema und kommt zu folgendem Schluss: „Alles ist gut, so wie es ist.“ Damit will sie zum Ausdruck bringen, dass es ohne EU mehr Probleme geben würde und dass nur durch die Maßnahmen der EU ein gebildetes und wirtschaftsstarkes Europa existieren kann.

„Wohlstand“ im Jahre 2035
Andere wurden nach ihrer Meinung zur Zukunft der EU hinsichtlich dieses Themas befragt.
Ein Befragter dachte besonders an die Staaten im Süden und Osten der EU und meinte, dass sich diese Länder mit Hilfe der EU industriell aufrüsten und dann wirtschaftlich wieder erholt haben werden. Ein junger Interviewter sprach sich für die Bildung als Voraussetzung von Wohlstand aus: „Bildung sollte in der EU an Priorität gewinnen“.

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Leitidee „Bildung“

Was verstehen wir unter „Bildung“?EU-Projekt_GW2A-37
Alle Aspekte von Bildung haben wir im Plakat als Teile eines großen Apfelbaumes „unterzubringen“ versucht.
Für uns stellt „Bildung“ ein Menschenrecht dar. Im Plakat haben wir deshalb die Menschenrechte in Form eines Korbes dargestellt, der die reifen Früchte (der Bildung) enthält und im Vordergrund platziert ist. Einerseits ist Bildung ein Grundbestandteil von Kultur, andererseits hilft Bildung, die eigene Kultur sowie die Kulturen anderer Länder und Regionen zu verstehen. Im Plakat wird deshalb der Kulturbegriff im Stamm des Baumes zum Angelpunkt: Ausgangspunkt für Bildung und Erkundungsgebiet von Bildung zugleich.

„Bildung“ in der Entwicklung der EU
Alle Körbe mit den wunderbaren reifen Früchten symbolisieren die Ernte, die für die Nutzung bereits zur Verfügung steht. Damit sind etwa die EU-Bildungsprogramme gemeint, die schon intensiv in Anspruch genommen werden.
Äpfel am Baum müssen noch reifen. Dort sind Projekte im Bereich Bildung genannt, die noch einer Verbesserung bedürfen. Andere sind nicht so gut geglückt, sie sind im Plakat als Äpfel mit „Wurmbefall“ zu erkennen, sollten wohl „aussortiert“ werden. Die Apfelbaumblüten als zukünftige Früchte symbolisieren wünschenswerte Projekte und Entwicklungen. Eines davon wollen wir ganz besonders betonen: Zukünftig sollten Bildungsprogramme auch verstärkt „Herzensbildung“ vermitteln!

Die Bedeutung von „Bildung“ heute
Die freie Wahl des Ausbildungsortes innerhalb der EU oder zumindest die Möglichkeit für SchülerInnen und StudentInnen, ein Semester in einem anderen Land zu studieren, ist für manche eine wichtige Errungenschaft der EU. In Interviews wird dieser Aspekt von Jugendlichen genannt.

„Bildung“ im Jahre 2035
Ein Interviewpartner skizziert ein eher düsteres Bild für die Zukunft der Bildungslandschaft: „Auf Grund des wachsenden Angebotes der Internetkommunikation und -konsumation stürzen auf uns immer mehr unnötige Informationen ein. Auch das Wissen des Einzelnen wird sich immer mehr spezialisieren, sodass eine umfassende Bildung immer mehr in den Hintergrund tritt.“ Obwohl fast jede(r) auch Gefährdungen sieht, wird von anderen die Zukunft der Bildung etwas rosiger gesehen. Besonders dem Erfahrungsaustausch und der Möglichkeit, voneinander Positives anzunehmen und selbst vielleicht noch besser umzusetzen, werden Chancen eingeräumt. Erfahrungs-austausch und die Betonung personaler Kompetenzen könnten auch dazu führen, dass das Selbstbewusstsein sowie die Selbstbestimmtheit der jungen Leute in Zukunft größer sind als heute. Das wäre ein wichtiger Meilenstein im Bestreben zu mehr Persönlichkeitsbildung, was unseres Erachtens das Wichtigste wäre.


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Leitidee „Umweltschutz“

Was verstehen wir unter „Umweltschutz“?EU-Projekt_GW2A-42
Der Begriff „Umwelt“ ist sehr differenziert verstehbar, der Schutz um-fasst viele Bereiche. Wir haben in unserem Plakat versucht, die Bedrohungen der Umwelt in „bedrohlichem“ Rot erscheinen zu lassen, die erforderlichen Maß-nahmen in neutralem Gebiet anzusiedeln und die Ziele und Wünsche in „Hoffnung erweckendem“ Grün.

„Umweltschutz“ in der Entwicklung der EU
Die EU teilt ihre Zuständigkeit für Umweltschutz mit den Mitgliedsstaaten. Die Kosten tragen die Staaten. Das Europäische Parlament hat einen Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit. Auch die Organe EU-Rat und EU Kommission haben einen Bereich „Umwelt“, in dem sie für die gemeinsamen Sorgen in diesem Bereich für die EU tätig sind. In der Einheitlichen Europäischen Akte sind das Vorsorgeprinzip, das Ursprungsprinzip sowie das Verursacherprinzip verankert. Sie sind bei grenzüberschreitenden Problemen des Umweltschutzes die Anker der Arbeit.

Die Bedeutung von „Umweltschutz“ heute
Eine Umweltaktionsprogrammkommission entwirft Strategien und Programme, die als Mitteilungen an das Europäische Parlament und den Ministerrat gerichtet sind. Seit 2014 ist der Malteser Karmenu Vella als Kommissar für Umweltfragen zuständig. Jede(r), die bzw. der zu dieser Thematik interviewt wird, kommt auf viele der von uns im Plakat angeführten Problemkreise zu sprechen. Das Thema Umwelt und die Sensibilität dafür ist präsent.

„Umweltschutz“ im Jahre 2035
Für die Zukunft werden viele Träume von heiler Umwelt erzählt, realistische Einschätzun-gen sind unserer Meinung nach eher seltener. Dass die EU allein die Welt retten kann, ist sicher Utopie, aber ein gutes Beispiel könnte vielleicht andere Staatengruppen zum Nachahmen animieren.


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Leitidee „Binnenmarkt“

Was verstehen wir unter „Binnenmarkt“?EU-Projekt_GW2A-19
Wirtschaftliche Integration kann unter-schiedliche Formen annehmen: von Handelserleichterungen in einem Präferenzsystem, in einer Freihandelszone, Zollunionen bis hin zu einer Wirtschafts- und Währungsunion, wie sie die EU darstellt. Letzteres bedeutet eine Vereinheitlichung der gesamten Wirtschaftspolitik und hat als Ziel schließlich eine gemeinsame Währung.

„Binnenmarkt“ in der Entwicklung der EU
Am Beginn stand der freie Warenverkehr, die Binnenzölle wurden abgeschafft, gemein-same Außenzölle beschlossen. Neben den Waren sollte auch das Anbieten von Diensten über Staatsgrenzen erlaubt werden, die Freiheit der Dienstleistungen erlaubt etwa das grenzüberschreitende Anbieten von Gewerbe, Bank- und Versicherungsdiensten. Der freie Kapitalverkehr wurde als sinnvolle Ergänzung zur Belebung der freien Wirtschaft benötigt, Devisenbeschränkungen wurden aufgehoben, erklärtes Ziel ist schließlich eine gemein-same Währung.
Die für die Konsumenten wichtigste Freiheit ist aber jene des Personenverkehrs: Mobilität ohne Grenzkontrolle, freie Wahl der Ausbildungsstätte und des Wohnsitzes, Niederlassungsfreiheit und Anerkennung der Diplome.
Im Plakat sind die vier Freiheiten des EU-Binnenmarkts in Begriffen, in dazugehörigen markanten Teilzitaten und symbolhaltigen Bildern dargestellt.

Die Bedeutung von „Binnenmarkt“ heute
Die für die Konsumenten wichtigste Freiheit ist aber jene des Personenverkehrs: Mobilität ohne Grenzkontrolle, freie Wahl der Ausbildungsstätte und des Wohnsitzes, Niederlassungsfreiheit und Anerkennung der Diplome. In fast allen Interviews wird – auch wenn man Binnenmarkt zum Thema macht – das Abschaffen der Grenzen erwähnt, meist in Zusammenhang mit persönlich größerer Mobilität: „ … mobil ohne Grenzkontrollen“ oder sogar „ … damit man auch im Inland schneller Reisen kann“ sind typische Formulierungen. Erst in einem zweiten Ansatz denken einige auch an die Wirtschaft und den gemeinsamen Markt.

„Binnenmarkt“ im Jahre 2035
Viele Menschen wünschen sich für diesen Bereich in erster Linie keine Verschlechterung. Die Idee des Binnenmarktes soll in der EU weiterhin seine Wichtigkeit behalten. Vielleicht sind in 20 Jahren auch die letzten Übergansfristen vorbei und Ausnahmen abgeschafft. Ein Wunsch, der vielleicht hochgegriffen und für die nächsten 20 Jahre noch nicht wirklich realistisch ist, wurde in einem Interview formuliert: „ … dass der Binnenmarkt nicht nur in der EU oder im EWR, sondern in ganz Europa verwirklicht ist.


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Leitidee „Freizügigkeit“

Was verstehen wir unter „Freizügigkeit“?EU-Projekt_GW2A-30
Für mich bedeutet „Freizügigkeit“ das Recht, in ein anderes Land ohne Behinderungen einzureisen, mich dort beliebig lange aufzuhalten, dort auch zu arbeiten, ohne dass eine Arbeitserlaubnis notwendig ist. Ich meine auch das Recht, jederzeit wieder in das Heimatland zurückkehren zu dürfen. Selbst nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses soll man dort bleiben dürfen.
Das Plakat will besonders die Arbeits- und Wohnsitzfreiheit zum Ausdruck bringen. Das Wort Freizügigkeit wurde verkehrt geschrieben, weil zwar immer die Möglichkeit bestehen soll, in andere Länder zu reisen, aber auch jederzeit wieder heimzukehren. Schengen garantiert den Wegfall der Grenzen und dieses Gemeinschaftsrecht soll nicht nur in den EU- Staaten, sondern im ganzen EWR- Raum gelten.

„Freizügigkeit“ in der Entwicklung der EU
Jede EU-Bürgerin und jeder EU-Bürger hat das Recht, in einem anderen EU-Land Arbeit zu suchen und dort zu arbeiten, ohne dass eine Arbeitserlaubnis erforderlich wäre. Ebenso hat er das Recht, zu diesem Zweck dort zu wohnen und selbst nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses dort zu bleiben. Zudem muss er hinsichtlich Zugang zu Beschäftigungen, Arbeitsbedingungen und aller anderen Sozialleistungen und Steuer-vorteile genauso behandelt werden wie die Staatsangehörigen der Aufnahmeländer.
In den Bereichen der frei wählbaren Arbeitsplätze und Wohnsitze innerhalb der EU wird diese Idee sichtbar. Laut Artikel 15 Absatz 2 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union ist die Freizügigkeit ein Grundrecht. Seit 1.1.2014 steht der österreichische Arbeitsmarkt auch rumänischen und bulgarischen Arbeitnehmern zur Verfügung.

Die Bedeutung von „Freizügigkeit“ heute
Die freie Wahl von Wohn- und Arbeitsort ist für viele wichtig, die Freizügigkeit ist wohl bekannt. Viele Interviewpartner kamen von selbst auf diesen Begriff, als sie zu wichtigen Ideen der EU befragt wurden. „Ich glaube, die Freizügigkeit ist jene EU-Idee, die am ehesten verwirklicht wurde, wenn man von den überlangen Übergangsfristen absieht“, meinte ein Interviewter. In einem weiteren Interview wurde ein zusätzlicher interessanter Aspekt genannt: ,,Ich könnte in Ungarn wohnen und im Burgenland arbeiten, wenn ich dort keine Arbeit finde. Und ich würde hier mehr verdienen.“

„Freizügigkeit“ im Jahre 2035
Freizügigkeit wird zukünftig vor allem für Personen aus EU-Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit von Bedeutung sein. Ihre Hoffnung auf geregelte Arbeit und ein geregeltes Einkommen könnte so leichter erfüllt werden. Jeder wünscht sich eine Existenz aufbauen zu dürfen; die Freizügigkeit könnte diesen Wunsch verwirklichen.
Es wird wohl auch in 20 Jahren noch so sein, dass die ortsansässige Bevölkerung um ihre Jobs fürchten wird und es nicht gestatten will, dass immer mehr Ausländer mit ihren Familien zuziehen. Ich befürchte, dass es weiterhin Zugangsbeschränkungen zu den Arbeitsplätzen geben wird. Aber ich hoffe und wünsche mir, dass die Menschen toleranter werden und schließlich der Freizügigkeit zum Durchbruch verholfen wird.
Ein Interviewter ist auch dieser Meinung, wenn er sagt: „Ich wünsche mir, dass man immer seinen Wohnsitz innerhalb der EU frei wählen kann.“ Eine Interviewte meinte, dass der Einkommenstransfer auch in Zukunft für die Freizügigkeit sehr bedeutend sein wird: „Ich wünsche mir, dass die Einkommen so hoch sind, dass man eine gute Lebensqualität hat und dass die Mieten leistbar sind.“

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Leitidee „Brücken bauen“

Was verstehen wir unter „Brücken bauen“?EU-Projekt_GW2A-24
Europa ist ein Land mit vielfältigen Kulturen und Sprachen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Brücken zu bauen, um ein einheitliches Europa zu schaffen. Dies ist nicht immer einfach, da die Länder ihre nationalen Eigenheiten und Gesetze behalten wollen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben alle Länder in Europa mit dem Wiederaufbau begonnen und für einen gemeinsamen Frieden Brücken gebaut. Diesen Prozess unterstützt die EU mit großem Nachdruck, insbesondere in ihren Mitglieds-staaten.

„Brücken bauen“ in der Entwicklung der EU
Die EU versucht in einem sehr konkreten Sinn „Brücken zu bauen“. Das Konzept der transeuropäischen Netze (TEN) will Kommunikations- und Verkehrswege hoher Wichtigkeit definieren und dessen Ausbau unterstützen.
Das Plakat fokussiert auf den Verkehr und will zum Ausdruck bringen, dass Handlungs-bedarf in den unterschiedlichen Sektoren des Verkehrs besteht, dass aber den umwelt-schonenden Varianten dort, wo es sinnvoll erscheint, der Vorrang gegeben werden soll.
Gemeinsam wollen wir versuchen, das private Verkehrsaufkommen zu reduzieren und den öffentlichen Verkehr zu fördern.

Die Bedeutung von „Brücken bauen“ heute
In einem Interview sagen manche zum Thema Verkehrspolitik, dass sie es gut finden, wenn die EU sich auf gemeinsame Projekte einigt und sie unterstützt, insbesondere, wenn ärmere Länder dabei mehr gefördert werden. Das kann auch ein Vorteil für einzelne Länder sein und den innerstaatlichen Verkehr fördern. Jemand betonte, dass es ein schwieriger Spagat werden kann, wenn man einen Ausgleich finden muss zwischen der Beschleunigung der Verkehrsverbindungen und den Anliegen des Umweltschutzes.
Auch für die Zukunft ist ein weiterer Ausbau aller Verkehrsverbindungen wünschenswert, die großen Entfernungen zwischen einzelnen Regionen könnten damit wesentlich verkürzt werden. Eine Interviewpartnerin betont als Wunsch den Vorzug von öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bahn vor dem Individualverkehr mit den privaten PKWs. Dafür müsste man auch in den nächsten 20 Jahren viele Mittel in den Neubau von Schienenstrecken investieren.
Ein politisch Interessierter denkt globaler und wünscht sich: „Ich hoffe, dass der Nationalismus mehr in den Hintergrund tritt und es nicht nur um Einzelinteressen gehen wird.“

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AUSBLICK:

Die Ausstellung soll in anderen Modulen vorgestellt werden und den Unterricht bereichern.

BETEILIGTE PERSONEN:

  • Betreuer(in): Kröpfl Bernhard, Palencsar Ulrike.
  • Projektmitarbeiter(innen): Barsch Margarete, Blauensteiner Anita, Cichini Sergej, Erker Tobias, Fanta Patrik, Kraus Jasmin, Puffing Elizabeth, Schmid Margot, Senger Rudolf, Wrann Julia.
  • Fotos: Blauensteiner Anita.
  • Weitere Mitarbeiter(inen): Dörflinger Daniel, Hirner Katharina, Posratschnig Michael

 

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